In der „Landkommission“ des Stadtrats von Kyjiw sind drei Projekte eingereicht worden, die den Diebstahl von Grundstücken im Stadtzentrum legalisieren würden

Die Situation um das Gebäude in der Michurina-Straße 34 im Pechersk-Bezirk von Kyjiw wurde bereits  im letzten Jahr von «Aktivni Hromadiany» beschrieben. Anhand dieses spezifischen Falls haben wir gezeigt, wie leicht man in der ukrainischen Hauptstadt das Eigentum anderer Bürger illegal  erwerben kann. In der Veröffentlichung «Schema, wie das Gebäude im Zentrum von Kyjiw übernommen wurde und wie versucht wird, es durch die Kyjiwer Stadtverwaltung zu legalisieren» haben wir darauf hingewiesen, dass die Taten der Kriminellen oft straffrei bleiben, weil es weniger Zeit  braucht, um ein Verbrechen zu begehen, als alle Beweise zu sammeln und den Fall vor Gericht zu  bringen. Die Geschichte hat jedoch keine gesetzestreue Entwicklung genommen.

Berichten zufolge wurde das eingeschossige Privathaus der Geschädigten illegal auf Strohmänner umgeschrieben, um das Land aus dem kommunalen Eigentum der Hauptstadt zu entziehen. Um das Land zu erhalten, erstellten die Kriminellen drei Privatisierungsprojekte für Landparzellen, indem sie das vorhandene Land aufteilten. Diese neu geschaffenen Parzellen erhielten nicht existierende Adressen:  am 14.11.2019 Nr. 08/230–3320/PR, am 14.11.2019 Nr. 08/231–3319/PR und am 14.11.2019 Nr. 08/231–3321/PR.

Es schien, als ob diese Projekte nach ihrer umstrittenen Entfernung von der Tagesordnung der Plenarsitzung des Kyjiwer Stadtrats am 06.02.2020 zurückgezogen oder zumindest bis zur Gerichtsentscheidung ausgesetzt werden sollten.

Jedoch zieht sich das Gerichtsverfahren und die Untersuchung in dieser Angelegenheit bereits über ein  Jahr hin (der Richter des Pechersk-Gerichts, Vyacheslav Pidpalyi, beeilt sich nicht, seit der Einreichung  der Klage im Jahr 2019 noch nicht einmal eine Vorbereitungssitzung abzuhalten, und die Polizei treibt  die Ermittlungen nicht voran). In der Zwischenzeit stehen die Privatisierungsfragen für diese illegalen  Landparzellen weiterhin auf der Tagesordnung der ständigen Kommission des Kyjiwer Stadtrats für  Architektur, Stadtplanung und Bodenfragen am 27.10.2021, in Abschnitt 10.2:

4) Stepan Ivanovych Papp – Land für den Bau und den Betrieb eines Wohnhauses, Wirtschaftsgebäude und Strukturen in der Michurina-Straße 34-B im Pechersk-Bezirk von Kyjiw, Fläche 0,1000 Hektar (Projektentscheidung vom 14.11.2019 Nr. 08/231–3321/PR, Fall Nr. 702482430).

5) Oleh Viacheslavovych Alexeyev – Land für den Bau und den Betrieb eines Wohnhauses, Wirtschaftsgebäude und Strukturen in der Michurina-Straße 34 im Pechersk-Bezirk von Kyjiw, Fläche 0,0745 Hektar (Projektentscheidung vom 14.11.2019 Nr. 08/230–3320/PR, Fall Nr. 587943137).

6) Olga Petrovna Alexeyeva – Land für den Bau und den Betrieb eines Wohnhauses, Wirtschaftsgebäude und Strukturen in der Michurina-Straße 34-A im Pechersk-Bezirk von Kyjiw, Fläche 0,1000 Hektar (Projektentscheidung vom 14.11.2019 Nr. 08/231–3319/PR, Fall Nr. 364309895).

Die Notarhandlungsschemata werden von der Familie Gligalo zur Verfügung gestellt.

Es stellt sich die Frage, ob die Abgeordneten, die Mitglieder der «Bodenkommission» sind,  diesen zweifelhaften Projekten grünes Licht geben werden, damit sie erneut auf die Plenarsitzung des Kyjiwer Stadtrats gelangen. Was kommt als Nächstes? Werden sie für die Zuteilung von Land an diese  Personen stimmen und damit die Umsetzung eines offenkundig betrügerischen Schemas unterstützen,  das derzeit untersucht wird?

Die Redaktion von «Aktivni Hromadiany» wird diese Situation weiterhin aufmerksam verfolgen.

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