Präzedenzfall: ATO-Veteran klagt auf 1 Million Hrywnja Entschädigung für Untätigkeit der Ermittler der Nationalen Polizei

Король - крайній праворуч

Es ist kein Geheimnis, dass nicht jeder ukrainische Soldat und Freiwillige, der seine staatliche Pflicht in  der Zone der Anti-Terror-Operation und der Operation der Vereinten Kräfte erfüllt hat, die gesetzlich  vorgeschriebenen Wohnungen, Grundstücke oder Entschädigungen erhalten hat. Fast jeder Soldat muss  sich das, was ihm der Staat garantiert hat, von den Beamten erzwingen. So ist es auch bei dem Freiwilligen und dem Leiter der gemeinnützigen Organisation «Aidar für Kriegsinvaliden» Wassyl Korol,  der in dem besetzten Luhansk eine Wohnung hat und der 2014 an der Liquidierung von  Separatistengruppen in der Siedlung städtischen Typs Novoaidar teilgenommen hat und dort schwer  verwundet wurde. Der Einwohner des Donbass hat die Existenz des Diskriminierungsproblems in der  ukrainischen Gesellschaft am eigenen Leib gespürt. Er belegt dokumentarisch, dass er Diskriminierung  erlebt hat, wenn er in einer gleichen Situation aufgrund von Stereotypen schlechter behandelt wird als  andere. Korol hat in den letzten vier Jahren über die Diskriminierung in Bezug auf Wohnraum aufgrund  seines Status an zwei Präsidenten der Ukraine, den Beauftragten für Menschenrechte in der Werchowna Rada, den Beauftragten für Behindertenrechte in der Werchowna Rada, mehrere Generalstaatsanwälte  der Ukraine, Minister für Sozialpolitik und Gouverneure des Wolyn Gebietes berichtet.

Korol – ganz rechts

Die Beamten des Lutsker Stadtrats haben Herrn Korol vier Jahre lang die Bereitstellung einer neuen  Wohnung oder die Entschädigung dafür verweigert, mit der Begründung, dass er unter einer anderen  Adresse registriert war, wo sich das Haus befindet, das derzeit wegen seines baufälligen Zustands  zerstört wurde. Die genannten Fakten hinderten die lokale Polizei nicht daran, keinerlei Ermittlungen in  Bezug auf die Gesetzesverstöße dieser Beamten durchzuführen. Daher entschied sich der Freiwillige, vor Gericht eine Entschädigung für moralischen Schaden in Höhe von 1 Mio. Hrywnja, 170 Tausend  Hrywnja und 100 Tausend Hrywnja von der Nationalpolizei der Ukraine zu fordern. Zunächst einmal…

Um dem Veteranen keine Wohnung zu geben, machte man aus ihm einen Verbrecher

Wie es sein sollte, wandte sich der Freiwillige vor einigen Jahren an die Lutsker Städtische  Staatsverwaltung, um auf die bevorzugte Wohnungswarteliste gesetzt zu werden oder eine  Wohnungszulage zu erhalten. Korol wurde dies aufgrund der Tatsache verweigert, dass gegen ihn ein  Strafverfahren nach dem Artikel «Fälschung von Dokumenten» eingeleitet wurde. Es war für Korol  ziemlich einfach, die Absurdität dieser Anschuldigung zu beweisen und das Verfahren zu schließen.

 

Nachdem er das getan hatte, wandte er sich erneut an die städtische Verwaltung von Lutsk, aber dort  waren sie nicht in Eile, seinen Antrag zu prüfen. Dann hatte Korol keine andere Wahl, als sich an die  Strafverfolgungsbehörden zu wenden, damit sie ein Strafverfahren gegen die erfinderischen Beamten des Lutsker Stadtrats nach Art. 366, 364 des Strafgesetzbuches der Ukraine (Amtsfälschung und  Amtsmissbrauch) einleiten.

Hier haben die lokalen Strafverfolgungsbehörden bereits beschlossen, ihre beruflichen Pflichten nicht zu  erfüllen, daher musste sich Korol an das Lutsker Stadtbezirksgericht im Wolyn-Gebiet wenden, um  den Fall der Untätigkeit der Beauftragten der Hauptabteilung der Nationalpolizei im Wolyn-Gebiet zu  klären. Das Gericht ordnete die Polizei an, ein Strafverfahren gegen die Handlungen der Lutsker  Beamten einzuleiten. Auf der Grundlage des Gerichtsbeschlusses wurden zwei Strafverfahren eingeleitet  und in das einheitliche Register der Ermittlungsverfahren („ЄРДР“) eingetragen.

 

Die Bremsen der Ermittler

Nun auf dieser Stufe begannen die Ermittler, die Ausführung ihrer Arbeit zu verzögern. Laut Korol  wurden von November 2019 bis März 2020 keine Ermittlungsmaßnahmen in seiner Angelegenheit  durchgeführt, so dass er gezwungen war, eine entsprechende Beschwerde bei der  Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine und Staatliches Ermittlungsbüro einzureichen. Aber die  Überprüfung der Beschwerden führte nicht zur Aktivierung und Durchführung der ordnungsgemäßen  Voruntersuchung durch die Hauptabteilung der Nationalpolizei im Wolyn-Gebiet. Stattdessen wurden  die Hauptbeweise vernichtet, wenn man dem Ermittler im Fall glaubt.

«Ich beantragte beim Ermittler die Unterlagen des Strafverfahrens, von denen ich erwartete, dass sie  Dokumente enthielten, die die Falschmeldung meiner angeblichen Straftat beweisen würden. Aber der  Ermittler verweigerte mir den Zugang zu den Materialien des Strafverfahrens und berief sich darauf,  dass sie wahrscheinlich bereits vernichtet wurden und sie nichts mit diesen Materialien zu tun hat!  Natürlich habe ich erneut vor Gericht geklagt und die Unrechtmäßigkeit einer solchen Ablehnung erhalten. Weiterhin wurde natürlich die Untätigkeit des Ermittlers von der Ermittlungsabteilung der  Luzker Polizeiabteilung der Hauptverwaltung der Nationalpolizei in dem Wolyn-Gebiet, Galitsch, im  Gericht angefochten. Der Ermittler wurde durch zwei andere Ermittler ersetzt, aber ich kann sagen, dass sie auch nichtstun», — sagt Korol.

Da es aus der Sicht des Opfers in dem Strafverfahren offensichtlich ist, dass alle angemessenen Fristen  für vorgerichtliche Ermittlungen abgelaufen sind, bereitete der Korol den nächsten Klageantrag vor,  aber diesmal wegen grober Verletzung seiner verfassungsmäßigen Rechte und erheblicher materieller Schäden.

«Aufgrund der rechtswidrigen Untätigkeit des Beklagten wurde mir moralischer Schaden zugefügt, der  sich in seelischen Leiden und Demütigung der Ehre und Würde äußert… Ich habe eine besonders  entwickelte emotionale Wahrnehmung der Realität und ein Gefühl für Gerechtigkeit, daher wurde die  Missachtung meiner gesetzlichen Rechte durch den Beklagten während der Voruntersuchung von mir  als Beleidigung seitens des Beklagten wahrgenommen, was zu starkem psychologischen Unbehagen, Verschlechterung des Wohlbefindens und emotionaler Aufregung führte. Aufgrund der rechtswidrigen  Handlungen des Beklagten wurde mein Zustand der seelischen Ausgeglichenheit verletzt, um den ich  erhebliche Willens- und psychologische Anstrengungen unternehmen musste, was mich daran hinderte,  vollwertig zu arbeiten… Dabei, nach meinen Argumenten, war dem Beklagten bewusst, dass die ordnungsgemäße Untersuchung der Fälle, in denen ich als Geschädigter anerkannt wurde, den Zustand  des Schutzes meiner Rechte beeinflusst, die Erfüllung der internationalen Verpflichtungen der Ukraine  zur Gewährleistung der Einhaltung der Rechte und Freiheiten des Menschen und des Bürgers,  insbesondere den Schutz vor unrechtmäßiger Anklage… Aufgrund des oben Gesagten schätze ich den  mir zugefügten moralischen Schaden auf 170.000 Hrywnja», — heißt es in der Klageschrift gegen die  Hauptverwaltung der Nationalpolizei in der Region Wolyn.

Der zweite Klageantrag über 1 Million  Hrywnja ebenfalls gegen die Nationalpolizei in der Region Wolyn  betrifft die Nichterfüllung der direkten beruflichen Pflichten durch die Ermittler.

«Zum Zeitpunkt des Antrags beim Gericht mit diesem Klageantrag wird die Voruntersuchung im  Strafverfahren Nr. 42019031010000135 vom 11.10.2019 vom Ermittler der Ermittlungsabteilung der  Luzker Polizeiabteilung der Hauptverwaltung der Nationalpolizei in dem Wolyn-Gebiet, Demidjuk A.A.,  und im Strafverfahren Nr. 1220030010000847 vom 04.03.2020 vom Ermittler Garbar V.J.  durchgeführt. Allerdings werden auch zum Zeitpunkt des Antrags beim Gericht mit der Klageschrift keine Ermittlungsmaßnahmen in den genannten Verfahren durchgeführt… Durch den Beschluss des  Ermittlungsrichters des Luzker Stadtkreisgerichts der Region Wolyn vom 14.08.2020 im Fall Nr.  161/12833/20 wurde die Untätigkeit der Ermittler Demidjuk A.A., Garbar V.J. hinsichtlich der  Durchführung der ordnungsgemäßen Voruntersuchung in den Strafverfahren als rechtswidrig  anerkannt… Bei der Untersuchung der Umstände des Falls durch das Gericht wurde festgestellt, dass  keiner der in diesem Verfahren bestimmten Ermittler (Demidjuk A.A., Garbar V.J.) zum Zeitpunkt der  Einreichung der entsprechenden Beschwerde im Rahmen der genannten Strafverfahren tatsächlich  Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt hat, keine der Anträge gemäß dem geltenden  Strafprozessgesetzbuch der Ukraine berücksichtigt wurde, und die schriftlichen Anweisungen des  Staatsanwalts nicht befolgt wurden. Darüber hinaus hat der Verfahrensstaatsanwalt der Luzker örtlichen  Staatsanwaltschaft Priimak M.M. keine Aufsicht und ordnungsgemäße Kontrolle über die  Umsetzung seiner schriftlichen Anweisungen ausgeübt und damit seine Pflichten unzureichend erfüllt…  Also, insgesamt, über einen längeren Zeitraum, dessen Grenzen, nach meiner festen Überzeugung und  basierend auf der Rechtsprechung der Ukraine und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte  (EGMR), die angemessenen Fristen für die Durchführung der Voruntersuchung durch die  bevollmächtigten Personen der Hauptabteilung der Nationalpolizei im Wolyn-Gebiet überschreiten,  wurde Untätigkeit geübt, die eine grobe Verletzung meiner Rechte darstellte und mir erheblichen
moralischen Schaden zufügte», — heißt es in der zweiten Klage.

Derzeit sind diese beiden Klageanträge beim Luzker Stadtkreisgericht des Wolyn- Gebiets registriert. Korol erwartet die Festsetzung der Gerichtsverhandlungen. Es gibt bisher keine Reaktion von der örtlichen Polizei.

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